Die Halbinsel Athos

Der dritte, östliche Finger der Chalkidiki, die Halbinsel Athos, wird bestimmt durch die über 1000 Jahre alte Autonome Mönchsrepublik vom Heiligen Berg Athos. Südlich der Ortschaft Ouranouloli verläuft quer über die Halbinsel die Grenze aus Mauern und Stacheldraht. Dahinter leben etwa 2200 orthodoxe Mönche in 20 Klöstern. Frauen haben hier grundsätzlich keinen Zutritt.

Halbinsel Athos TopoMapNördlich der Grenze geht das Leben seinen gewohnten irdischen Gang. Große Badehotels reihen sich im Westen an der Küste des Singitischen Golfs zwischen Ouranoupoli und dem Fährhafen Tripití aneinander. Abseits der Strände ist der weltliche Teil der Halbinsel Athos ein sanft gewelltes, überwiegend von Getreidefeldern bedecktes, dünn besiedeltes Hügelland. Die neben Ouranoupoli größten Orte, Ierissos und Nea Roda, sind Neugründungen von Griechen aus Kleinasien aus den 1920er Jahren und daher architektonisch nicht sehr attraktiv.

Trotz langer Strände sind sie noch weitgehend vom ausländischen Tourismus verschont. So erweist sich die Halbinsel Athos als extrem polarisiert: Der kleinere Teil im Norden ist zum Baden, der größere Teil im Süden zum Beten da. Beginnen wir unsere Rundfahrt im Nordosten. Falls Sie dafür einen fahrbaren Untersatz benötigen, finden Sie diesen mit Sicherheit auf MietwagenCheck.de *.

Die Orte der Halbinsel Athos

Ierissos

Ierissos Halbinsel AthosDer Ort erfreut sich aufgrund ihres malerischen Postkartenstrandes und des typisch griechischen Flairs bei Urlaubern großer Beliebtheit. Ierissos ist erst nach 1932 neu entstanden, nachdem ein Erdbeben die alte Siedlung zerstört hatte. Dabei kamen 151 Menschen um. Sehenswert ist der Wehrturm Krouna am Ortsanfang aus Richtung Stratoni kommend 100 m rechts der Straße. Der in beachtlicher Höhe erhaltene Wehrturm aus dem 15. Jh. gehörte früher einmal dem Athos-Kloster Chelandriou.

Ebenso sehenswert sind die Bootswerften am Strand direkt an der Küstenstraße zwischen Ierissos und Nea Roda. Die Abwrackprämien der EU in den 1990er-Jahren haben manche Fischer dazu gebracht, ihren anstrengenden Beruf vorzeitig an den Nagel zu hängen. Andere wiederum haben abgewrackt und vom damit verdienten Geld einen Verwandten ein nagelneues Boot bauen lassen. Wieder andere haben sich umorientiert und hölzerne kleine Ausflugsboote in Auftrag gegeben. Auf diese Weise konnten die kleinen Werften überleben. Die Helgen liegen unter offenem Himmel oder unter Schutzdächern, so dass man den Bootsbauern gut bei der Arbeit zuschauen kann.

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Nea Roda

Nea_Roda_BeachNea Roda ist auch nicht schöner als Ierissos. Ein Ausflugsziel ist jedoch die unverbaute Sandstrandbucht Akti Voulitsas 600 m südlich des Hafens. Hinter Nea Roda wendet sich die Straße landeinwärts und verläuft durch eine Talsenke zur Westküste. Hier verlief ein 480 v. Chr. vom persischen Großkönig und Pharao Xerxes I. angelegter und schiffbarer Kanal. Xerxes wollte damit seine Kriegsschiffe vor den gefährlichen Stürmen am Südkap des Athos schützen. Heute ist der Xerxes-Kanal verlandet, seine Lage ist am Boden kaum noch sichtbar. Auf antiken Karten sowie auf Satellitenaufnahmen ist er aber gut zu erkennen.

Ouranoupoli

Die Straße erreicht nun die Westküste am Singitischen Golf und passiert den Fährhafen Tripiti. Sie umkurvt das direkt am Meer gelegene Luxushotel Eagles Palace, das architektonisch der Klosterarchitektur des Athos nachempfunden wurde. Weiter führt sie dann zwischen Strand und sogenannten Strandhotels hindurch nach Ouranoupoli. Der Name des letzten weltlichen Ortes auf der Halbinsel Athos bedeutet auf deutsch Himmelsstadt. Mit seiner Lage an der Grenze zur Autonomen Mönchsrepublik hat er allerdings nichts zu tun. Diesen Namen trug bereits die antike, vom makedonischen Prinzen Alexarchos 316 v. Chr. an gleicher Stelle gegründete Stadt. Das heutige Ouranoupoli wurde erst 1922/23 neu gegründet, wirkt aber weniger vom Reißbrett als die meisten anderen Flüchtlingssiedlungen der Chalkidiki.

Ouranoupoli-Prosphorios-TurmSie durchfahren den Ort auf der von Geschäften gesäumten Hauptstraße. Sie führt zum markanten Wehrturm Prosphorion oberhalb des Fähranlegers. Der mächtige Turm ist das Wahrzeichen des Ortes. Die Mönche des Athos-Klosters Vatopedi erbauten ihn im Jahr 1344. Im Turm sind heute zwei Ausstellungen untergebracht. Am Fähranleger beginnt auch eine kurze Uferpromenade mit Tavernen und Café-Bars. Folgen Sie der Straße weiter, dann kommen Sie zu den Ausgrabungen des Klosters Zygou direkt an der Grenze zur Mönchsrepublik. Griechische Archäologen legen hier seit den späten 1990er-Jahren die Ruinen eines Athos-Klosters frei, das nur zwischen 996 und 1199 von griechisch-orthodoxen Mönchen bewohnt war. Römisch-katholische Kreuzritter plünderten es im frühen 13. Jh. und errichteten über den Ruinen eine kleine Festung mit Burgmauer und elf Türmen, deren Reste deutlich erkennbar sind.

Insel vor der Halbinsel Athos

Vor Ouranoupoli liegt Amouliani, die einzige bewohnte Insel der Chalkidiki. Die nur 12 km² kleine und maximal 250 m hohe Insel zwei Seemeilen vor der Küste der Halbinsel Athos scheint für erholsame Strandferien wie geschaffen. Ihre knapp 600 Einwohner leben alle im einzigen Inselort. Auch heute liegen im geschützten Hafen der Insel noch viele kleine Fischerboote, dazu Segeljachten und Ausflugsboote.

Ammouliani BeachPferdekutschen pendeln tagsüber in zwölf Minuten zwischen dem Fähranleger und dem 800 m langen, sandigen Hauptbadestrand Alikes auf der anderen Inselseite. Am Strand werden Kanus und Tretboote vermietet, ein großer Campingplatz liegt unter schattigen Bäumen. Ansonsten ist der Strand völlig naturbelassen. Weitere kleine Sand- und Kiesstrände erstrecken sich ein bis vier Kilometer vom Ort entfernt an der Nordostküste der Insel und sind zu Fuß oder per Fahrrad leicht zu erreichen.

Außer dem ehemaligen Wehrturm aus dem 19. Jh. am Hafen, in dem heute eine Café-Bar ist, gibt es auf der Insel keinerlei historische Gebäude. Ein Paradies ist Amouliani dennoch nicht. Da es nur zwei Autostunden von Thessaloníki entfernt liegt, haben hier viele Städter Ferienwohnungen gekauft. Seit Anfang der 1990er-Jahre sind auch erste Hotels entstanden. Im August schwillt die Einwohnerzahl der Insel von 600 auf bis zu 10 000 an. Trinkwasser wurde bis vor wenigen Jahren im Hochsommer extrem knapp. Jetzt ist das Problem gelöst: Es wird durch eine Unterwasserleitung vom Festland her auf die Insel gepumpt. Fazit: Amouliani ist während der Vor- und Nachsaison für ein paar ruhige Urlaubstage gut, ansonsten wird es voll und laut.

 

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